Dr. Thomas de Maizière
Dr. Thomas de Maizière

„Verschlüsselung ist die zentrale Technik zum Schutz ihrer digitalen Daten“

Dr. Thomas de Maizière, BMI

Warum Verschlüsselung heutzutage so wichtig ist, erklärt der Bundesminister des Innern, Dr. Thomas de Maizière, im Kurzinterview.

Ist Deutschland auf einem guten Weg zum Verschlüsselungsstandort Nr. 1?

„Wir sind auf dem richtigen Weg, aber noch nicht am Ziel. Mit ihrer Digitalen Agenda 2014-2017 hat sich die Bundesregierung ein sehr ehrgeiziges Ziel gesetzt: die Verschlüsselung von privater Kommunikation soll in der Breite zum Standard werden. Immerhin werden E-Mails in Deutschland schon weit überwiegend verschlüsselt übertragen, das war im Jahr 2013 noch ganz anders und zudem sind mittlerweile nutzerfreundliche Angebote zur Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von E-Mails auf dem Markt erhältlich.“

Wieso ist Verschlüsselung heutzutage so wichtig?

„Verschlüsselung ermöglicht vertrauliche Kommunikation. Neben der Installation von Software-Updates und starken Passwörtern ist Verschlüsselung damit die zentrale Technik zum Schutz ihrer digitalen Daten. Und diese Technik ist sehr vielseitig: sie schützt persönliche Daten und Unternehmensgeheimnisse auf Festplatten oder in der Cloud, sie sichert die Verbindung zum Online-Versandhändler und Online-Angebot ihrer Bank oder sorgt dafür, dass ihre E-Mail oder Nachricht nur vom gewünschten Empfänger gelesen werden kann.“

Verschlüsselung behindert aber auch die Arbeit der Sicherheitsbehörden.

„Leider nimmt auch die missbräuchliche Verwendung der Verschlüsselung durch Kriminelle zu. Da für uns aber ein generelles Verbot und die Modifikation bzw. Schwächung von Verschlüsselungstechniken in Telekommunikations- und Telemediendiensten ausscheidet, müssen wir die Möglichkeiten und Fähigkeiten der Strafverfolgungs- und Sicherheitsbehörden weiterentwickeln und ausbauen. Dazu richte ich eine Stelle ein, die über entsprechende Ressourcen und Fähigkeiten verfügt und die Strafverfolgungs- und Sicherheitsbehörden unterstützen soll. Außerdem müssen für die Anbieter von Kommunikationsdiensten einheitliche Verpflichtungen in Bezug auf die öffentliche Sicherheit gelten, unabhängig davon, ob die Unternehmen ihre Dienste als klassische Telekommunikationsdienste oder über das Internet anbieten. Es darf bei Straftätern keinen Unterschied machen, ob sie telefonieren, die Sprachtelefonie-Funktion von Messenger-Diensten nutzen, Nachrichten schreiben oder über soziale Medien kommunizieren.“