Dr. Thomas Kremer, Deutsche Telekom AG
Dr. Thomas Kremer, Deutsche Telekom AG

„Sicherheit muss einfach sein“

Dr. Thomas Kremer, Deutsche Telekom AG

Warum es einfache Verschlüsselungslösungen braucht, um die Digitalisierung erfolgreich zu gestalten, erklärt Thomas Kremer, Vorstand Datenschutz, Recht und Compliance bei der Deutschen Telekom, im Kurzinterview.

Herr Kremer, im Zuge der Digitalisierung verliert Datenschutz an Bedeutung. Wozu braucht es Verschlüsselung?

„Im Gegenteil: Ich denke sogar, dass der Datenschutz mit der Digitalisierung an Bedeutung gewinnt. Er ist Voraussetzung für das Vertrauen der Menschen in die Digitalisierung. Und Verschlüsselung spielt dabei eine entscheidende Rolle. Klar kann ich die Auffassung vertreten, dass die Mails an meine Tante ohnehin niemanden interessieren. Ich sage nicht, dass jeder alle Inhalte verschlüsseln muss. Ich denke aber wohl, dass jeder die Möglichkeit haben sollte, seine Inhalte einfach zu verschlüsseln. Diese echte Wahlmöglichkeit ist Teil der digitalen Selbstbestimmung, für die wir uns als Telekom einsetzen.“

Deshalb die Volksverschlüsselung, die die Telekom unterstützt?

„Ja, genau. Wir müssen den Menschen die Möglichkeit geben, ihre Mails einfach zu verschlüsseln. Einmal installiert, ist die Mail mit der Volksverschlüsselung mit einem Klick verschlüsselt. Nur wenn Lösungen so einfach sind, werden sie breit genutzt. Das ist die Idee hinter dem Begriff „Volksverschlüsselung“. Sicherheit muss einfach sein.“

Beim IT-Gipfel gibt es eine Fokusgruppe, die sich mit dem Thema Verschlüsselung beschäftigt. Wozu ist das gut, wenn es schon Initiativen einzelner Unternehmen gibt?

„Aus unserer Sicht sollten möglichst alle Inhalte Im Netz auf dem Übertragungsweg Ende zu Ende verschlüsselt werden. Hier sind Hersteller, Netzbetreiber und Diensteanbieter gleichermaßen gefordert. Wichtig ist dabei, dass wir möglichst einheitliche Verschlüsselungstechniken nutzen. Und für diese Standardisierung sind Abstimmungen wie in der Fokusgruppe des IT-Gipfels nötig.“