Prof. Dr. Michael Waidner, Fraunhofer SIT
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„Kryptografie nimmt Fahrt auf“

Prof. Dr. Michael Waidner, Fraunhofer SIT

Warum Forschung im Bereich Kryptografie ein hochaktuelles Thema ist und wie man es in die Praxis bringt, erläutert Prof. Michael Waidner, Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie, im Kurzinterview.

Herr Prof. Waidner, asymmetrische Kryptografie gibt es seit mehr 30 Jahren. Ist das Thema noch forschungsrelevant?

„Durchaus, die Entwicklung ist noch lange nicht vorbei. Die Herausforderung liegt nicht im Bereich der Grundlagen, sondern in der anwendungsnahen Forschung und in der Erhöhung der Benutzbarkeit. So stellt zum Beispiel die Sicherheit von großen realen Systemen, die Security at Large, noch eine Herausforderung dar, der wir uns in Darmstadt am Center for Research in Security and Privacy (CRISP) widmen. Die Volksverschlüsselung ist ein Beispiel für die erfolgreiche Umsetzung von Security at Large sowie Privacy und Security by Design. Insgesamt nimmt Kryptografie auch durch neue Forschung und Entwicklung erst jetzt richtig Fahrt auf.“

Wie ist die Reaktion auf den Start der Volksverschlüsselung?

„Wir sind seit dem 29. Juni Online. Der Start hat ein sehr großes Medienecho erzeugt. Und auch von Bürgern und aus der Wirtschaft haben wir positive Rückmeldungen erhalten. Das hat uns gezeigt, dass wir mit der Volksverschlüsselung auf dem richtigen Weg sind, gerade durch den Anspruch „laientauglich“ zu sein, bei gleichzeitig sehr hoher Sicherheit und einem hohen Niveau an Datenschutz.“

Wie geht es weiter?

„Wir arbeiten zurzeit mit Hochdruck an einer Unterstützung von PGP. Damit wollen wir die Anforderungen der Nutzer erfüllen, die ihre Mail mit Hilfe eines Plugins über ihren Web-Browser bearbeiten. Außerdem denken wir über weitere Mechanismen nach, mit denen sich Teilnehmer über das Internet identifizieren können. Auch Implementierung für mobile Plattformen stehen auf der Agenda.“